Interessant und informativ war der Vortrag zum Thema "Tatort Internet", den Michael Rühl - Fachberater 'Cyber Crime' der Polizei Hessen-Süd - am 19. März 2025 vor einem interessierten Publikum bei der Aka 55plus hielt.
Er demonstrierte anschaulich an Beispielen, mit welchen raffinierten Tricks Kriminelle im Internet versuchen, an die Daten und das Geld der Nutzer zu kommen und gab Tipps, wie man sich dagegen schützen kann.
Verbreitet wird Schadsoftware vorwiegend über E-Mails. Dabei werden häufig die Namen seriöser Anbieter als Absender missbraucht. Das Öffnen eines infizierten Anhangs oder das Anklicken eines präparierten Hyperlinks kann böse Folgen haben, daher ist hier besondere Vorsicht geboten. In Sekundenschnelle werden oft kleine Schadstoff-Programme installiert:
"Ransomeware" (Erpressungstrojaner) z. B., die dazu führen, dass der Zugriff auf den Computer nicht mehr möglich ist und – solange das Gerät eingeschaltet ist – vorhandene Dateien auf allen vernetzten Geräten verschlüsseln. Es folgt eine Zahlungsaufforderung, der nachzugeben die Polizei nicht empfiehlt, da man nicht damit rechnen kann, dass die versprochene Entschlüsselung erfolgt.
Mit Hilfe von "Remote Access Trojanern" werden private Rechner ferngesteuert und Daten ausspioniert.
Rechner können mittels Schadsoftware unbemerkt für den Benutzer im Internet zu "Botnets" zusammengeschlossen werden, um durch "DDoS-Attacken", mutwillige Massenanfragen, Serverdienste lahmzulegen.
"Keylogger" arbeiten im Hintergrund und bleiben oft lange unbemerkt. Es sind Programme, die die Tastatureingaben aufzeichnen mit dem Ziel, Passwörter und Bankdaten auszufiltern und an die Täter zu übermitteln.
Als "Phishing" bezeichnet man die Versuche durch gefälschte E-Mails oder Webseiten an private Daten, (z.B. Kontodaten) des Empfängers zu kommen.
Trotzdem besteht – so Michael Rühl – kein Grund, dem Internet den Rücken zu kehren. Wichtig sei es vielmehr, sich zu schützen.
Das größte Sicherheitsproblem sei das Klick- und Surfverhalten der Nutzer. So sollte man sich z.B. auch von den fürchterlichsten Drohungen nicht dazu bringen lassen, Kontodaten preiszugeben oder Rechnungen zu begleichen, die man nicht erwartet hat. Auch das Herunterladen unbekannter Programme von unsicheren Quellen ist nicht empfehlenswert.
Der Virenschutz sollte aktuell sein, damit möglichst auch die neueste Schadsoftware erkannt wird. Softwareupdates der meistgenutzten Programme sorgen dafür, dass Sicherheitslücken geschlossen werden. Wer regelmäßig System- und Daten-Backups auf einer externen Festplatte erstellt, ist auch für den Fall gerüstet, dass das System trotz aller Vorsicht infiziert wird.
Banken fragen keine Kontodaten per E-Mail oder telefonisch ab. Und wer den dringenden Hilferuf eines Bekannten über Facebook oder WhatsApp erhält, der angeblich im Ausland beraubt worden ist, tut gut daran, den Sachverhalt erst einmal zu überprüfen.
Ergänzend hielt Frederic Heigel vom Startup „Userwill“ einen Vortrag zum Umgang mit dem „Digitalen Erbe“ . Nach dem Tod bleiben die Daten des Verstorbenen im Internet erhalten. Dazu gehören neben Dokumenten auch Kontodaten und Zugänge zu Clouds und Einträge in soziale Netzwerke. Laut Gesetz gehen die digitalen Daten auf die Erben über. Diese sind oft überfordert, was den Umgang mit diesen Daten betrifft. Frederic Heigel wies auf Möglichkeiten hin, sich Unterstützung zu holen.
Freundlicherweise stellen die Referenten die Präsentation für die Veranstaltung als PDF-Datei zur Verfügung, die > hier heruntergeladen werden kann.
Margret Wendling