Mit Christa Röglin auf einer an Eindrücken reichen Wanderung an der Bergstraße

Wahrscheinlich wissen nur wenige Darmstädter, dass es an der Bergstraße einen Franziskanischen Pilgerweg gibt. Christa Röglin hat ihn erkundet und ihn neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Aka-Wanderung an einem spätsommerlichen Samstag gezeigt. Es war die 38. Wanderung, die sie bei der Aka angeboten hat.
Die etwa zehn Kilometer lange Strecke führte durch Weinberge und ein kleines Waldstück zwischen Bensheim und Bensheim-Schönberg. Auf etwa fünf Kilometern des Weges wollen zehn Bildtafeln aus Eichenholz entdeckt werden.

Die künstlerisch gestalteten Tafeln illustrieren den Sonnengesang, ein im 13. Jahrhundert von Franz von Assisi gedichtetes Gebet. Auf den Schildern können Abschnitte dieses Werks nachgelesen werden, Lobpreisungen von Sonne, Mond, Sternen, Wasser, Erde, Wind, Feuer, Leid und Tod. Das auf den Bildern eingefräste „Du“ spricht den Betrachter direkt an, und jede Tafel soll ihm einen Impuls auf den Weg zur nächsten Station mitgeben. Der durch das Tau-Zeichen (letzter Buchstabe des hebräischen Alphabets) gekennzeichnete Weg beginnt am Franziskanerkloster in Städtchen Bensheim, das an diesem September-Samstag noch ganz im Zeichen eines Weinfestes stand.

Ein Mönch – einer von vier, die noch mit diesem Kloster verbunden sind – zeigte der Aka-Gruppe das Innere der schlichten Klosterkirche und machte sie auf eine Holzskulptur von Franziskus von Assisi aufmerksam. Der Heilige, der mit den Tieren sprechen konnte, hat einen zahmen, friedliebenden Wolf an seiner Seite. Auf der Wanderstrecke gab es vielerlei Anregungen und Denkanstöße. Die Aka-Gruppe kam in der Nähe des Ortes vorbei, an dem die „Kirchberg-Morde“ stattgefunden hatten: Am 24. März 1945, drei Tage vor der Befreiung durch amerikanische Truppen, hatte die Gestapo dort zwölf Häftlinge erschossen.

Der Pilgerweg endet an der Kirche St. Elisabeth von Bensheim-Schönberg mit der Lobpreisung „Die Quelle der Lebendigkeit“. Zurück ging es durch ein Bensheimer Villenviertel, dessen im Landhausstil entworfene Häuser der 1866 in Heppenheim geborene Franz Heinrich Metzendorf, genannt „Baumeister der Bergstraße“, und sein Bruder Georg geplant hatten. Typisch für seinen Stil ist die Unterteilung eines Daches in mehrere kleinere Dachflächen, kombiniert mit Ecktürmchen und Gauben. Reich an Eindrücken kehrte die Aka-Gruppe mit dem Zug nach Darmstadt zurück.

Petra Neumann-Prystaj

 

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