und auf der Suche nach der Rose Elvis

gruppeDass Elvis Presley, „The King“, über eine Milliarde verkaufter Tonträger produziert hat und somit zum erfolgreichsten Solokünstler aller Zeiten wurde, ist bekannt.

Dass er aber in Bad Nauheim, also quasi um die Ecke, nicht nur als Soldat gut ankam, sondern auch von der hessischen Provinz aus musikalische Weltgeschichte schrieb, wer hätte das gedacht?

elvisParticia Gropp hatte ein rundherum gelungenes Programm für die Aka organisiert und lieferte gleich zu Beginn der Führung eine ganz eigene Performance. Sie trug ein Medley der größten Hits des King of Rock’n Roll mit sich und hin und wieder sah man das eine oder andere Aka-Mitglied sich im 4/4-Takt bewegen. Das gefiel auch unserem Führer, Herrn Heller, der uns kenntnisreich und humorvoll durch die Stadt lotste und ein Rundumpaket aus Fakten und Anekdoten präsentierte.

Als Elvis im Oktober 1958 in Bremerhaven den Truppentransporter verließ und deutschen Boden betrat, war er kein Unbekannter, sondern hatte mit seinem Hüftschwung (Elvis the pelvis), seiner 3-Oktaven-Stimme und seinen Songs den Nerv der jüngeren Generation getroffen. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, wie man bei seiner Ankunft unschwer erkennen konnte: Ein riesiger Pulk von kreischenden Teenagern erwartete ihn, ein Sound, der ihn bis ans Lebensende begleiten sollte…

Seine Einberufung zur Army war übrigens problemlos erfolgt. Er hatte sich nicht gesträubt und als Promi einen Sonderstatus verlangt, sondern ganz pragmatisch erklärt: „It’s a duty I got to fill and I’m going to do it.“ Wobei: So ganz ohne Privilegien ging es dann doch nicht, denn Sergeant rosen3Presley bewohnte mit Oma und Freunden zunächst das Hotel „Grunewald“ und dann eine Villa in der Goethestraße. Zum Dienst in der 3. Panzerdivision im nahegelegenen Friedberg ging es dann im Auto. Aber er drückte sich nicht vor Einsätzen, sondern beteiligte sich – meist als Chauffeur für die Offiziere – bei Manövern in der Oberpfalz und in Grafenwöhr.

Seine Vorgesetzten beschrieben ihn als „bodenständig, umgänglich, großzügig“. Das würden wahrscheinlich auch die vielen Fans bestätigen, dietäglich sein Wohnhaus belagerten. Um ihnen die Wartezeit bis zur Autogrammunterzeichnung zu verkürzen, hatte er ihnen freundlicherweise zwei Fahrräder vors Haus gestellt, die dann auch kräftig benutzt wurden.

rosen1Last but not least lernte er hier auch die 14 jährige Priscilla kennen, die er vier Jahre später heiratete, aber da war er dann schon wieder weit weg in Amerika. Sein musikalisches Werk lag übrigens keineswegs brach in den beiden Jahren. Sein cleverer Manager sah die Zeit in Deutschland als Reifephase für den jugendlichen Star an und sorgte mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit (Veröffentlichung einzelner Singles) dafür, dass er im Gedächtnis blieb.

Dass dies auch hierzulande so bleibt, dafür sorgt die hessische Kurstadt, auch „Elvis-Town“ genannt. Sie erinnert vor allem an jenem Hotel, das er einst bewohnte, an ihn: Davor befindet sich quasi eine Elvis-Gedenkstätte. Blumen, Herzen, Briefe und sonstige Liebesbeweise erinnern auch heute noch an sein musikalisches Genie. Zu seinem 45. Geburtstag im August 2022 gab es ein großes Festival mit Parties, Konzerten, Modenschauen und Oldtimer-Shows.

Besonders beliebt aber ist das bronzene Standbild des King, eine Statue, auf einer Brücke, die sich zur Pilgerstätte der Fans gemausert hat. Um neben ihm fotografiert zu werden, ließ die Stadtverwaltung das Brücklein über das Flüsschen Usa extra um einen Meter verbreitern. Wobei der bronzene Elvis gar nicht so gewaltig wirkt: 178 groß, war er, erzählt unser Stadtführer. Und während die Statue 200 Kilo schwer ist, brachte der junge Elvis es zu seiner Soldatenzeit lediglich auf schlanke 75 Kilo.

rosen2„Mama liked the roses“ – diesen Song widmete Elvis seiner geliebten, fürsorglichen Mutter. Ob er selbst ein Fan der Blumenkönigin war? Zumindest ist eine Rose nach ihm benannt. Und so ging es nach der Mittagspause ins Rosenparadies des Nachbarortes Steinfurth. Ziel war der „Rosenpark Draeger“ und gefunden werden sollte die besagte ROSE ELVIS. Was nicht gerade einfach war, denn es tummeln sich auf dem Gelände Edelrosen, Beetrosen, Zwergrosen, Strauchrosen, Moosrosen, Wildrosen und ,und, und… insgesamt über 8oo Arten. Die gesuchte Schönheit wurde zwar nicht gefunden, aber diverse täuschend ähnliche Doppelgängerinnen tauchten auf den Handys der Teilnehmerinnen auf. Und alle konnten sich abschließend dem kulinarischen Höhepunkt des Tages zuwenden: „Very British“ fühlte man sich beim traditionellen Afternoon Tea mit frisch gebackenen Scones, extrafetter Clotted Cream, aromatischem Rosengelee, leckeren Minitörtchen und herzhaften Sandwiches. Fazit: Das hätte sicher auch Elvis Mama gefallen.

Heidrun Bleeck

 

Förderer  -  Datenschutz Impressum      

Nach oben