Das ESOC (European Space Operations Centre) macht Darmstadt international bekannt. Es ist das Satelittenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency). 800 hoch spezialisierte Wissenschaftler und Techniker arbeiten dort. Wir kennen das Kontrollzentrum aus Fernsehberichten mit Bildern aus dem Hauptkontrollraum, wo eine Schar von Wissenschaftlern gespannt den Start der Rakete beobachtet, die einen neuen Satelliten in den Weltraum befördert.
Aufgabe des Kontrollzentrums ist es, den Satelliten nach erfolgreichem Start und Abkopplung von der Rakete in seine feste Umlaufbahn zu bringen und ihn über seine aktive Zeit zu steuern, bis zum kontrollierten Absturz am Ende seiner Mission.
Reinhard Latzel führte eine Gruppe von AKA-Mitgliedern durch das Gelände. Im Außenbereich stehen einige Modelle älterer Raumfahrzeuge. Zu Beginn betrachteten wir ein Modell von XMM Newton, einem Weltraumoberservatorium mit Röntgen Mehrfachspiegeln. Das 3800 kg schwere, 10 x 16 m große Original wurde – wie die meisten europäischen Objekte - Ende 1999 mit einer Ariane Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kouru in Französisch-Guayana in den Weltraum geschickt. Das Observatorium sendet seine Daten zu den Antennen verschiedener Bodenstationen auf der Erde und wird ständig von der ESOC kontrolliert. Es umkreist noch heute die Erde.
Anschließend kamen wir zum Modell des Satelliten Rosetta. Rosetta wurde in Deutschland gebaut und 2014 von einer Ariane Rakete in den Weltraum befördert. Das ESOC steuerte und kontrollierte die Flugbahn, optimierte den Treibstoffverbrauch. 31 Monate flog Rosetta im „Deep Sleep“, d.h. sie wurde nur von ihren Solarzellen versorgt. Nach zehn Jahren erreichte sie ihr Ziel, einen kleinen Kometen, und warf dort nach einer Erkundungssphase den Lander Philae ab. Dessen Landung auf dem Planeten funktionierte zwar nicht perfekt, lieferte aber für einige Zeit noch wichtige Informationen. Es war die erste Landung auf einem Kometen, Lichtjahre entfernt im Weltraum.
Einen guten Überblick erhielten wir durch einen informativen Film über das Satellitenprogramm des ESOC, mit Blick in den Kontrollraum, in dem aber nicht gearbeitet wurde. Satelliten bestimmen heute Kommunikation und Navigation, bis hin zur Kontrolle und Entsorgung des ständig wachsenden Mülls im Weltraum.
Ein beeindruckender Besuch, der uns eine Vorstellung der hoch komplexen Projekte des ESOC vermittelte, dank der fachkundigen Führung von Herrn Latzel.
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Text und Fotos: Christiane Schuchard-Ficher / 04.02.2026




