Der Hauptrisikofaktor für eine Demenz ist das Alter.
Tatsächlich sei das Alter der Hauptrisikofaktor für eine Demenz, schilderte Prof. Dr. Andreas Fellgiebel (Leiter des Zentrum für psychische Gesundheit im Alter in Mainz und Chefarzt Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Agaplesion Elisabethenstift Darmstadt) in seinem Vortrag im vollbesetzten Vortragsraum der Aka55plus.
Bis zum 70. Lebensjahr sei die Demenz nicht sehr häufig, dann erhöhe sich das Erkrankungsrisiko. Aktuell gäbe es rund 1,6 Millionen Demenzpatienten in Deutschland. Nach Berechnungen könnten es 2050 schon 3 Millionen Demente sein. Nicht selten wird das normale Nachlassen der Gedächtnisleistung als krankhaft empfunden. Aber Vergesslichkeit muss noch kein Anzeichen für eine Demenzerkrankung sein. Das Arbeitsgedächtnis lässt im Alter nach und es wird schwieriger sich neue Dinge zu erarbeiten. Modifizierbare übliche Risikofaktoren beeinflussen etwa ein Drittel des Demenzrisikos. Um dem zu begegnen sei Prävention ein effektives Mittel, vor allem, wenn sie im mittleren Lebensalter (45 bis 65 Jahre) beginnt: Beispielsweise durch körperliche und geistige Aktivitäten, Bildung, Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren, Behandlung der Schwerhörigkeit, gesunde Ernährung (mediterrane Kost), Erhaltung sozialer Kontakte, Aufbau neuer sozialer Netzwerke und saubere Luft. Entscheidend ist nicht zuletzt das Reduzieren von Stress, vor allem von Dauerstress. Chronischer Stress treibt die Demenzerkrankung voran. Auch bei Angehörigen kommt es zu Stressreaktionen durch die schleichende Rollenverschiebung, die Notwendigkeit der Übernahme von mehr Verantwortung und Unterstützung. Angehörige sind daher schon früh im Dauereinsatz und stellen eigene Bedürfnisse zurück, was in einem Videofilm veranschaulicht wurde.
Gesundheitszustand, Wohlbefinden und kognitiver Zustand im Alter hängen stark mit dem Gesundheitsverhalten im mittleren Lebensalter zusammen.
Selbst bei vorhandenen Plaque – Ablagerungen im Gehirn kann die Ausprägung einer Alzheimer-typischen Symptomatik herausgezögert werden. Ältere mit hochaktivem Lebensstil zeigten ein 38% niedrigeres Demenzrisiko. Wichtig war dem Referenten auch die Frage: Was bedeutet resilient altern und welche Faktoren befördern das Wohlbefinden? Resilienz im Alter bedeutet, diese Lebensphase mit ihren Gewinnen und Verlusten zu betrachten, statt nur einseitig die negativen Veränderungen zu bewerten. Wichtig ist es, die Faktoren zu beachten, die das Wohlbefinden fördern, wie geistige und körperliche Aktivität, Aufbau und die Pflege sozialer Netze. Dazu fiel mir das Motto der Aka55plus ein: Bildung, Bewegung, Begegnung. Die Aka55plus ist gut aufgestellt mit ihrem vielfältigen Angebot in diesen Bereichen.
Viele Fragen schlossen sich an den äußerst interessanten Vortrag an.
Da der Vortragsraum leider nicht für alle Interessierten Platz bot, wurde der Wunsch nach einer Wiederholung im nächsten Jahr geäußert.
Sigrid Geisen / 19.02.2025