Akademie 55plus Darmstadt e.V. - Aktuell

Motiv: Heimat - ab 20.08.

Vom Umgang mit einem sperrigen Begriff

fahnen pixabayWer in den 50er und 60er Jahren in Westdeutschland aufwuchs, kam um Freddy Quinn und Caterina Valente nicht herum. Im heißen Wüstensand oder auf einem weißen Schiff nach Hong Kong konnte man der Hoffnung Glanz und der Freiheit Licht in der Ferne sehn.

Das Eingeweckte im Keller erinnerte einen daran, daß der Weg nach Tampico doch recht weit war, und auf Dachböden waren unsprechbare Peinlichkeiten der Geschichte vorerst dem Staub überlassen.

Eine Generation früher hatte Bert Brecht seine Flüchtlingsgespräche geschrieben, in denen sich der Intellektuelle Ziffel und der Arbeiter Kalle über die internationale Lage angesichts der Besetzung Dänemarks und Norwegens durch deutsche Truppen unterhalten.
Wurden sie gelesen? Wurde daraus gelernt? Befreiung?
Raffe, schaffe, Häusle baue und Schlacht am Tegeler Weg: Heimat steckt in beidem - als Motiv, als Erfahrung, als Tätigkeit.
In diesem Seminar wollen wir Geschichten aufsuchen, die den Heimatbegriff für uns füllen, und die wir als Motive unserer Handlungen mit uns herumtragen. Wir wollen schauen auf Rollenbilder,
Selbstfesselungen und Befreiungsversuche, und zwar vor allem im eigenen Alltag. Wir werden Geschichten nicht nur erzählen, sondern auch schreiben. Die so entstehenden Texte werden wir mittels eines textanalytischen Verfahrens auswerten. Dabei wird unser Blick auf Möglichkeiten der Begriffsverschiebung in historischen Handlungsräumen gerichtet sein.

Termine: 20.8., 27.8., 10.9., 17.9., 8.10., 15.10., 5.11., 12.11., 3.12., 10.12.2019
10:00 – 13:00 Uhr im Kursraum der Geschäftsstelle
Leitung: Robert Hamm 

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Dieses Projekt kommt zustande in Kooperation mit dem Institut für kritische Theorie e.V. (Berlin) und der Universität Maynooth (Irland)
Es ist gefördert durch das EU Programm Horizon 2020 unter dem Marie Sklodowska-Curie Abkommen 713279, und den Irish Research Council.